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Meerschweinchen brauchen Gesellschaft!

Da Meerschweinchen sehr soziale Tiere sind, sollten sie niemals alleine gehalten werden, sondern mindestens zu zweit. Erst dann können sie ihr natürliches Verhalten zeigen und glücklich sein.

 

Welche Geschlechter?

 

Weibchen: 2 oder mehrere Weibchen lassen sich in der Regel gut aneinander gewöhnen.

 

Männchen: Die Vergesellschaftung zweier Männchen erweist sich schon als schwieriger. Wenn man es richtig anstellt, ist es aber durchaus auch möglich. Wichtig ist, dass die Männchen nach Erreichen der Geschlechtsreife keinen Kontakt zu Weibchen hatten und haben werden. Es ist auch vom Vorteil, wenn eines der Männchen noch relativ jung (ca. 6 Wochen alt) ist. Sollte es dennoch zu ernsten Beißereien kommen, fließt sogar Blut, muss man die Männchen wieder trennen.

 

Pärchen: Ein Pärchen zeigt natürlich seine volle Entfaltung hinsichtlich der Fortpflanzung und bietet bei der Aufzucht der Jungen interessante und unvergessliche Eindrücke. Man sollte allerdings das Männchen frühzeitig kastrieren lassen, um ungeplanten Nachwuchs zu vermeiden. Dabei ist aber zu beachten, dass das Männchen bis zu 6 Wochen nach der Kastration zeugungsfähig ist.

 

Kaninchen + Meerschweinchen: Diese Konstellation kommt nicht in Frage. Das Meerschweinchen kann mit dem Kaninchen nicht so recht was anfangen und umgekehrt genauso. Meerschweinchen und Kaninchen haben völlig unterschiedliche Lautsysteme und können sich deshalb nicht untereinander verständigen. Meerschweinchen brauchen auf jeden Fall einen Artgenossen, den ein Kaninchen auf keinen Fall ersetzten kann.

 

 

Das Meerschweinchenheim

Meerschweinchen wollen in einem großen Gehege leben, um dort den vielen Dingen nachzugehen, die ein Meerschweinchenalltag so mit sich bringt. Deshalb sollte die Grundfläche  für 2 Tiere mindestens 1,20m x 0,60m betragen. Bei mehreren Tieren ist zusätzlich zu beachten, dass jedem Tier mindestens 0,35 qm zur Verfügung stehen, bei reiner Böckchenhaltung sogar 0,50 qm pro Tier.

 

 

Einrichtung

 

Futternapf: Der Futternapf sollte am besten aus Keramik sein. Er muss standfest sein und darf nicht zu groß sein, da sich die Meerschweinchen sonst hineinsetzen.

 

Trinkflasche: Die so genannte Nippeltränke sollte mindestens 250 ml fassen.

 

Heuraufe: Diese garantiert, dass das für die Ernährung so überaus wichtige Heu immer sauber zur Verfügung steht. Am besten eignen sich Heuraufen, die von außen angebracht werden, da die Meerschweinchen sich sonst reinsetzten, was das Heu verschmutzt und zu Verletzungen führen kann. Heuraufen aus Holz, die man in den Käfig stellt, sind ebenfalls verletzungsfrei.

 

Schlafhaus: Wie ein natürlicher Erdbau soll das Schlafhaus wirken und unserem Höhlenschläfer viel Sicherheit vermitteln. Am besten ohne Boden, aus unbehandeltem Holz und mit einem Flachdach als Ausguck und Ruheplatz. Die Schlafhäuser sollten so groß sein, dass alle Tiere einer Gruppe hineinpassen. Sonst kann es zu Streitigkeiten kommen. Bei reiner Böckchenhaltung sollte jedes Tier seinen eigenen Unterschlupf haben.

 

Spielgeräte: Höhlen, Brücken, Wippen und Labyrinthe aus Ton, Holz, Kork, Wurzeln, Kartons, Versandrollen und Ziegelsteinen sorgen für Entdeckungsmöglichkeiten.

 

 

Freilauf

 

In der Wohnung

Meerschweinchen freuen sich, wenn sie täglich in der Wohnung herumlaufen können, allerdings sollten sie dies den Tieren nur unter Aufsicht ermöglichen, weil sie Teppiche, Möbel und vor allem elektrische Leitungen annagen können. Deshalb müssen vorher alle Gefahrenquellen beseitigt werden. Meerschweinchen kommen meist nicht auf Zuruf unter Möbel oder sonstigen Schlupfwinkel hervor. Meerschweinchen werden kaum stubenrein. Sie sind nicht an einen Kotplatz zu gewöhnen, sondern setzten Kot und Harn an verschiedenen Stellen ab.

 

Im Garten

Meerschweinchen sollte man nicht ohne geeignetes Gehege im Garten frei laufen lassen, auch nicht für kurze Zeit. Besonders wenn sie erschrecken, können die Tiere mit erstaunlicher Geschwindigkeit davon rennen und sind dann nur schlecht wieder einzufangen. Auslaufgehege können sie im Zoofachhandel kaufen oder z.B. aus Gitterelementen oder Spanplatten selber bauen. Es kann im Gras immer ein Stück versetzt werden, damit die Wiese portionsweise abgeweidet werden kann. Der Auslauf muss unbedingt von oben abgedeckt werden, um Katzen und Greifvögel fernzuhalten. Stellen sie auch eine Schutzhütte auf, damit die Meerschweinchen sich darin bei schlechtem Wetter zurückziehen können. Die Hütte bietet zudem auch Schatten, was einen Hitzschlag vermeidet. Dennoch sollte der Auslauf nicht in der prallen Sonne stehen.